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Liebe Headhunter, Ihr seid die Assistenten eines Irrtums

Liebe Headhunter, Ihr seid die Assistenten eines Irrtums

Meine kleine Klitsche und ich sind im digitalen Rahmen seit Jahren überall gelistet, gepostet, geshared und auf der Suche nach immer wieder neuen spannenden und herausfordernden Projekten. Da bleibt es nicht aus, dass wir über die Berufsnetzwerke wie Xing und LinkedIn immer wieder durchaus gerne mit “Headhuntern” zu tun zu haben. Manchmal stimmen die Bedingungen und haben uns schon so zur ein oder andere spannenden Aufgabe gebracht.

Trotzdem beobachte ich zur Zeit einen Trend, der mir in seiner Breite scheinbar bisher nicht aufgefallen gewesen ist: die Festanstellung. Sehr viele Firmen suchen gerade IT-Fachkräfte für alle möglichen Sachen, auch gerade Webentwicklung und Typo3. Aber eben in Festanstellung. Die wenigsten davon sind direkt Firmen aus der Branche, wo das wenigstens noch Sinn machen würde wenn eine Werbeagentur über ihre eigenen Entwicklerixe verfügt.

Um in diesem Markt erfolgreich zu bestehen und den aktuellen Trends und Veränderungen zu entsprechen, sind technische Voraussetzungen notwendig, wie sie auch ein Automechaniker oder Schreinermeister für seine Art Arbeit benötigt.  Daher habe ich meine Arbeit und die meines Teams immer als das gesehen, was sie eigentlich ist: ein E-Handwerk. Es ist das Produkt einer Art “neuen industriellen Revolution”, die sich heute in der Wirtschaftlichkeit des digitalen befindet und außerhalb der bisher bekannten Strukturen von “Industrialisierung” und  “Arbeitsplatzbeschaffung” funktioniert.

Dieser Umstand bietet Headhuntern und Jobagenten wenig Spielraum, weil sie die Bedingungen nicht entscheiden können, sondern nur die bedienen können, für die sie beauftragt worden sind. Jobagenturen sind wohl keine Unternehmensberater, wobei ich finde, dass man das eigentlich nicht trennen kann. Es ist meine Verantwortung als Geschäftsführer, Umstände zu begreifen und Strukturen zu schaffen, die es meinem Unternehmen ermöglichen unter den immer verändernden digitalen Bedingungen professionell zu bestehen. – Wenn da bisher der Bedarf ausreicht, IT-Fachkräfte für Entwicklungsproduktionen anzustellen, besteht immer noch eine sehr naive Sichtweise auf dass, was wir in Zukunft mit Digitalisierung zu erwarten haben.

Es ist ein fester Bestandteil zukünftiger Generation und wird die Lebensbedingungen der kommenden Gesellschaften vollkommen verändern. Was sie bereits machen und wo nur die Verwirrung darüber besteht, dass die bisher bewährten “analogen” Strukturen in dieser Welt auf die dafür vorgesehene Weise nicht mehr funktionieren. Das allerdings muss am Ende jeder selber für sich in Erfahrung bringen.

Fakt ist, ich habe heute Vormittag auf die Anfrage eines Jobagenten folgendes geantwortet, der für einen “RubyOnRails-Job” in Hamburg jemanden für eine “vor Ort Festanstellung” gesucht hat – mit der naiven Hoffnung er möge es an die entscheidenden Stellen weiterleiten, für die er arbeitet und wo gerne der Eindruck geschaffen wird, wir hätten einen “Fachkräftemangel” – wir haben ein Politik und Strukturproblem, das heute nicht mehr funktionieren kann wie noch in den 1980/90er Jahren:

Hallo lieber XXXXXX,

Es ist das “vor Ort” Problem, ein ausschließlich hierzulande sehr verbreitetes Phänomen.

Aus meiner Erfahrung weiß ich nur zu gut, echte “Meister” bekommt man nur mit Werkstatt.
Was gerade und erst Recht im “digital Zeitalter” die Ursache für eine optimale Kosteneffizienz darstellt.
(wo man sich eine Menge sparen kann und trotzdem viel effizientere Möglichkeiten bestehen, digitale Ziele zu erreichen)

Wenn ein Unternehmen ein Fuhrpark hat von fünf Lieferwagen, käme kaum einer auf die Idee sich einen festangestellten Mechaniker zu leisten und vor Ort dessen Werkstatt zu finanzieren. – Das ist jedem klar.

E-Handwerker wie ich hingegen stehen immer in Argumentation, obwohl das Schema das Gleiche ist. Nur weil unsere Mittel (Computer) durchaus von allen heute genutzt werden können, so wie Autos, hat die Fachschaft zwangsläufig anderen Bedarf als nur der “Konsument”. “Vor Ort” bestehen die Bedingungen die “vor Ort” nötig sind, das hat aber nichts mit einer Entwicklungsumgebung gemeinsam, die sich so einfach mal ein Unternehmen “leistet”.  Wie soll das erfolgreiche entwickeln eines Produktes anders funktionieren, als mit eigener Werkstatt?! Vielleicht hast Du ja eine Idee, ich stehe da auf dem “Schlauch” (lol)

Ich denke hier besteht ein generell unternehmerisches, politisches Problem, welches weder Du noch ich in der Hand haben.

Ich wollte Dich nicht langweilen, es war mir nur ein Bedürfnis noch einmal zu erwähnen, warum aus kompetent fachlicher Sicht, eine IT-Fachkraft nie ohne eigene Infrastruktur die vorgesehene Leistung erbringen kann. Das ist die Ursache aller erfolgreichen Tech-Start-Ups dieser Welt . Wo ist da Deutschland? – Hier besteht der hierzulande weitverbreitete Irrtum, der das Potential hat, unsere wirtschaftliche Zukunft im Rahmen der Digitalisierung reell in Frage zu stellen.

Daher halte ich alle “vor Ort” Angebote für kontraproduktiv, weil sie keine Bedingungen darstellen können, erfolgreich nach “State Of Art” zu entwickeln. Dazu kann ich mittlerweile ettliche Beispiele belegen.

Trotzdem vielen Dank, nix für ungut und wenn es nur inspiriert, habe ich fast mein Ziel erreicht (lol)

Ganz liebe Grüße aus München und viel Erfolg

Haase Matthias
1982 Commodore VC-20 1986 Commodore C-64 1991 Amiga 1998 Google gefunden
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